Die Oltener Band Clapotis füllte trotz momentanem Geheimtipdasein das schmucke Kino Lichtspiel, das zwecks Plattentaufe für das neue Album Antelope umfunktioniert wurde, ohne weiteres mit einer beachtlichen Anzahl Besuchern. Dies nur ein Grund warum die junge Band für einen gelungenen Konzertabend sorgte.
Das Schönste im Leben sei, so Frontmann Rafael Meyer, wenn man im Leben eine Aufgabe habe. Zumindest für diesen Abend haben Clapotis eine Aufgabe gefunden: den Saal mit guter Musik zu erfüllen. Ganz langsam und unscheinbar starten sie dann in ihren Konzertabend. Etwas gemässigt zu Beginn legt die Band laufend an Tempo zu und erreichte bald ein konstantes Niveau.
Schon mit den ersten Klängen des Konzertes beweist die Band, dass sie es beherrscht, mit ungewöhnlichen Rhythmen und Klangabfolgen zu faszinieren. Beachtenswert vor allem der Einsatz des charismatischen Sängers Rafael Meyer, der sich bei seinen Tänzen so stark bewegt, dass auch mal die Brille von der Nase weggeschleudert werden kann.
Mit "Electroclash" erreicht die Stimmung ein erstes Mal ihren Höhepunkt. Dieser Song begeistert durch mitreissende Tanzbarkeit und glänzt mit einem herrlichen Rhythmus. Fröhlich und unkonventionell spielt sich die Band mit wippendem und tanzendem Publikum zum eigentlichen Höhepunkt: der Plattentaufe. Die kleine Ansprache der Bandmitglieder, die den Konzertverlauf unterbricht, nimmt man ihnen nicht übel. Die Band sei enorm erfreut über den heutigen Termin der Veröffentlichung, man habe lange auf dieses Ziel hingearbeitet. Dementsprechend erfreut giesst Rafael Meyer die Mischung aus Milch und Alkohol über das neue Album.
Ein weiteres Mal spielt sich die Band mit "Only Lonely" in die Gunst des Publikums. Dieser Songs besticht ein durch den ungewohnten Rhythmus. Diesen finden Clapotis in ihren Songs immer wieder, planen den Konzertverlauf aber so, dass auf ein schnelles Lied immer auch ein etwas langsameres Lied folgt. So überzeugen "Boredom" und "Men Don't Care" mit gesanglicher Stärke.
Bis spät in die Nacht hinein spielen Clapotis, haben starke Bühnenpräsenz und lassen erahnen, was noch für musikalische Qualitäten in diesen vier jungen Musikern schlummern. Schade, dass der Schlagzeuger Jonas Stehli nun für ein Jahr in die Vereinigten Staaten gehen wird. Etwas mehr Übung und Konzerte werden diese Band bestimmt weiterbringen und sie von ihrem Geheimtipdasein hinein in die Schweizer Musikindustrie hineinmanövrieren. Von der nötigen Unkonventionalität haben sie bereits mehr als genug.