Die diesjährige Ausgabe des m4music-Festivals sorgte gleich mit einer Vielzahl interessanter Bands für eine gelungene Stimmung. So vermochten einige Bands den Zürcher Schiffbau in musikalische Ekstase zu versetzten - es darf von einem erfolgreichen Festival gesprochen werden.
Der eigentliche Eröffnungsact des Samstagabends sind Bonaparte, die bei ihrer Bühnenshow keine Mühe scheuen, eine einzigartige Performance an den Tag zu legen. Nebst der Tatsache, dass sämtliche Bandmitglieder verkleidet auftreten, stürmen auch immer wieder Kreaturen die Bühne, die auf sehr eigenartige, teilweise sehr laszive, aber immer gelungene Art die Songs der Band unterstützen. So lässt sich am Musikprogramm der Band nichts aussetzen, "Anti Anti" und "Too Much" entfalten auch live ihre grandiose Wirkung. Ebenso gelungen auch die neuen Stücke wie beispielsweise "Computer In Love" ab dem neuen Album, das im Juni erscheint.
Den zweiten Programmpunkt des Abends bestreiten Choo Choo aus Bern. Ihre Musik ist direkt und frisch, die Melodien direkt und eingängig. Sehr gelungen stellen sie ein musikalisches Arrangement zusammen, das den Saal zu begeistern vermag. Eindeutig am schönsten und ausgereiftesten ihr Song "A Little Wiser Now".
Ebenfalls aus der Schweiz und äusserst erfolgreich sind Saalschutz. Mit ihrem Elektropop, der durch dampfende Bässe auch sehr tanzbar war, vermögen sie das Zürcher Moods sofort in ihren Bann zu ziehen. Beachtenswert auch, dass sie ihre Musik nicht durch stupide Satzwiederholungen charakterisieren, sondern durchaus auf den Wortlaut ihrer Songs acht geben.
Mit ihrem Album "Nights Out" gelten die Engländer Metronomy schon seit längerem als Geheimtip. Dementsprechend optimistisch wartet man dann auch auf den Konzertbeginn und ist gespannt, wie die experimentierfreudige, aber trotzdem klar strukturierte Musik der Band auf die Bühne gebracht wird. Metronomy enttäuschen nicht, geben ihr Album zum Besten und erweisen sich als fähig, auf den Saal einzugehen und das Publikum musikalisch zu bereichern. Die sehr eigenständige Musik der Band eignet sich bestens zum Tanzen, interessante und gute Songs wie "Heartbreaker", "Back On The Motorway" oder "A Thing For Me" entwickeln auch live ihre charmante Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. So bildet dann dieses Konzert auch den Höhepunkt des Abends, die Musik gefällt und ist keinesfalls plump, sondern hochstehend, durchdacht und sympathisch.
Etwas suspekt hingegen erscheint die Performance des französischen DJs Yuksek. Trotz grandioser Lichtshow und mitreissenden Beats bleibt die Atmosphäre in der grossen Halle des Schiffbaus etwas abgeklärt. Es wirkt beinahe so, als wäre die dargebotene Musik lediglich ein Playback. Zu reibungslos geht alles vonstatten, zu perfekt sind Licht und Musik aufeinander abgestimmt, zu unmerklich die Übergänge. Nur ein einziges Mal, gerade nach dem Hit "Tonight", meldet sich Yuksek zu Wort und beschimpft den Unbekannten, der zu Beginn des Konzertes eine Flasche nach ihm geworfen hat, auf sehr unprofessionelle Weise.
Sehr sympathisch und freundlich erweisen sich hingegen Das Pferd, die selbst zu später Stunde, als die Zeitumstellung schon lange zurückliegt, den Saal noch begeistern können. Dass die Aargauer unkonventionell sind und sich keinen Dreck darum scheren, ob ihr Verhalten nun als schändlich abgetan werden könnte, merkt man schon ihren Alben an. Live hingegen geben Das Pferd noch einen drauf - und es kommt an. Was die beiden Musiker mit zwei Instrumenten und etwas Elektronik auf die Bühne zaubern ist unterhaltungstechnisch schlichtweg genial. Ob sie nun den Deichkind-Partykracher "Remmidemmi" covern, Songs ab ihrem ersten, sehr tanzbaren Album zum Besten geben oder rasch den Gartenschlauch hervorholen, um darauf ein Ständchen zu blasen - sie machen es mit Herzblut. Und genau das macht diese Band so authentisch.. So chaotisch die Bühnenshow, so natürlich die Wirkung. Diese Band macht das, was sie gut findet - und liefert ganz nebenbei sehr tanzbaren Sound. Ein würdiger Abschluss.
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