Der zweite der insgesamt drei kostenpflichtigen Konzertabende der Musikfestwochen Winterthur ging bei gutem Wetter über die Bühne. Zum Glück, denn das grosse Zelt, das noch bei anderen Konzerten vor Regen schützte, war davor entfernt worden. Sehr gut waren so auch die Konzerte der drei auftretenden Bands.
Dass Gemeinsamkeiten bei Black Rebel Motorcycle Club und The Black Box Revelation nicht nur im Namen, sondern auch im Stil zu finden sind, weiss am Ende des Abends wohl ein jeder der Konzertbesucher. Die Eels präsentieren sich ebenfalls im Genre des Rock’n’Roll, wobei man bei dieser Band nie weiss, in welchem Stil sie sowohl ihre alten als auch ihre neuen Lieder interpretieren werden. Damit sorgen sie regelmässig für Überraschungsmomente.
Eröffnet wird der Abend von The Black Box Revelation. Die beiden Musiker aus Belgien spielen energiegeladenen Rock, der live genauso überzeugt, wie auf ihrem bereits zweiten Album Silver Threats. Das anströmende Publikum lässt sich zu relativ früher Stunde noch nicht so ganz in den Bann ziehen, der Platz vor der Bühne ist jedoch keinesfalls leer und sehr belebt. Vielmehr gibt die Band ein schönes Konzert bei Sonnenuntergang und spielt sich wohl in die Herzen einiger Konzertbesucher, sofern sie das nicht bei anderer Gelegenheit schon getan hat.
Nach einer Umbaupause geht es mit Black Rebel Motorcycle Club aus Kalifornien weiter. In den vordersten Reihen warten schon nach Ende des vorherigen Konzerts zahlreiche an ihren Bandshirts erkennbaren Fans erwartungsvoll auf den Beginn des Auftritts. Nach einigen Soundchecks stellen sich die drei Bandmitglieder auf die Bühne und legen mit voller Kraft los. Benannt nach einer Motorradgruppe in einem Film Marlon Brandos verkörpert ihre Musik wohl alles, woran man beim Hören des Names denkt. Zu ihrem Repertoire gehören sowohl dem Rock’n’Roll als auch dem Folk und Blues zuzuordnende Lieder. Die Stimmung ist ausgezeichnet und die Musik vermag die Zuschauer mitzureissen.
Später am Abend betreten die Eels um Mark Oliver Everett die Bühne. Wie Black Rebel Motorcycle Club hat diese Band eine grosse Fangemeinde, die Plätze vorne sind begehrt. Die fünf vollbärtigen Amerikaner scheinen guter Dinge zu sein, die Chemie in der Band stimmt offensichtlich. Lebhaft und abwechslungsreich spielen sie mal langsame, mal schnelle Songs, langweilig wird dabei niemandem. Gebannt lauscht man der Gruppe, die erstmals seit dem Erscheinen der letzten drei Alben, einer Trilogie, auf Tour ist. Es ist interessant, zu beobachten, wie gekonnt sie die älteren Lieder anders als diese ursprünglich erschienen sind, interpretieren und die neuen durch ihre Präsenz im Gedächtnis haften bleiben.
Ein gelungener Konzertabend, der sich nahtlos in die Linie der anderen qualitativ hochstehenden Konzerte in der Steinberggasse fügt und ein schönes Erlebnis bietet. Gespannt erwarten wir die Winterthurer Musikfestwochen 2011.
Text: Christina Emmel
Text: Christina Emmel
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