Konzerte im Oktober


Jeden Donnerstag
lädt der Nordstern Basel zum Tanz ein - das Ganze gratis und mit einem charmanten Line-Up. Mehr Informationen: www.nordstern.tv

Rex The Dog und andere | Nordstern (Basel) | SA 02.10.2010 
Zur Wiedereröffnung der Partyreihe Hinterhof im Nordstern haben die Macher Rex The Dog mit an Bord geholt, der zusammen mit lokalen DJs für eine elektronische Tanznacht sorgen wird.

Goldfrapp | XTRA (Zürich) | DI 05.10.2010
Das britische Duo Goldfrapp rund um Stimmwunder Alison Goldfrapp hat während des diesjährigen Festivalsommers immer wieder für begeisterte Konzertbesucher gesorgt. Nun gibt es die beiden auch in einem Schweizer Club live zu bestaunen.

Someone Still Loves You, Boris Yeltssin | Sudhaus (Basel) | DO 07.10.2010
Die vierköpfige Band mit den unhandlichen Namen Someone Still Loves You, Boris Yeltsin hat sich in der High School kennen gelernt. Dass die Band aber definitiv nach mehr als nur Schulband tönt, werden sie in der Basler Kaserne unter Beweis stellen.

Larytta und Oy | Exil (Zürich) | 
FR 15.10.2010 
Die Schweizer Band Larytta erweist sich als musikalisch kreativ, einzigartig und absolut unschweizerisch. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, denn die Musik von Larytta ist alles andere als Beigemüse des Schweizer Musikzirkuses.

Monkeys On Stage | Papiersaal (Zürich) | 
SA 16.10.2010 
Die Partyreihe mit den jungen Schweizer Nachwuchsbands startet am 16. Oktober in die neue Saison. Dieses Mal mit dabei: Jesh, The Non-Neutrals und Joules.

Bonaparte | Alte Börse (Zürich) | 
DO 21.10.2010 
Wer die Zirkus Show der Überflieger Bonaparte noch nicht live gesehen hat, sollte sich unbedingt auf den Weg in die Alte Börse machen. So überzeugen Bonaparte nicht nur musikalisch, sondern auch mit einer einzigartigen Bühnenshow mit einer gehörigen Priese angenehmen Wahnsinns.

Midnight Juggernauts | Hive (Zürich) | DO 21.10.2010 | TIPP!
Nachdem Midnight Juggernauts Anfang Jahr als Vorband von Unkle in der Schweiz waren, sind sie nun als Hauptact selbst live im Hive. Wer es düster und tanzbar elektronisch mag, wird auf seine Kosten kommen.

We Have Band | Kaserne (Basel) | FR 22.10.2010 | TIPP!
Die musikalische Neuentdeckung der Kitsuné Maison Compilation gibt es nun endlich wieder live in der Schweiz. Mit ihrem Debutalbum haben We Have Band Vielseitigkeit, Souveränität und Qualität bewiesen - ein Besuch des Livekonzertes lohnt sich bestimmt.

Beat! Beat! Beat!, Bambi Beasts und Les Yeux Sans Visage | Kiff (Aarau) | SA 23.10.2010
Das charmante Aarauer Kiff spickt sein Konzertprogramm immer wieder mit dem einen oder anderen Leckerbissen. So auch am 23. Oktober, wenn zwei herausragende Schweizer Bands (Bambi Beasts und Les Yeux Sans Visage) aufspielen und durch die vielversprechenden Beat! Beat! Beat! abgerundet werden.

Razorlight | AvoSession (Basel) | DI 26.10.2010  
Das Razorlight mehr als nur Radiopop produzieren können, haben sie mit ihren Alben mehrfach bewiesen. Im Rahmen der AvoSession Basel, die dieses Jahr übrigens zum 25. Mal stattfindet, werden Razorlight im intimen Rahmen aufspielen.

Tim and Puma Mimi und Huck Finn | Schüür (Luzern) | SA 30.10.2010
Den musikalischen Abschluss dieses Monats übernehmen die auf ihre Art herausragenden Schweizer Bands Huck Finn und Tim und Puma Mimi. Die einen spielen wunderbaren Indie mit einer Prise Elektro, die anderen mischen Japan und die Schweiz mit Skype zu einem wunderbaren elektronischem Musikganzen. Nichts wie ab nach Luzern.

Das Konzert deiner Lieblingsband fehlt? Dein Konzert oder deine Party fehlt? Melde dich per mail [at] musiktip.ch und dein Konzert wird in die Agenda aufgenommen.

Zürich OpenAir | 27. - 29.08.2010 | Zürich

Als vollen Erfolg kann man die erste Ausgabe des Zürich OpenAir nicht bezeichnen. Zu viele Kinderkrankheiten, aber auch eindeutige Fehlplanungen machten sich bemerkbar. Wer ein perfekt organisiertes Sommerendfestival erwartete, wurde sicher enttäuscht. Wer hingegen ohne allzu grosse Erwartungen das Festival besuchte, konnte sich an zahlreichen wunderbaren Konzerten erfreuen.

Das Zürich OpenAir (Bild: ZHOA-FB)

Erol Aklan | 27.08.2010 | Digital Club


Im neuen Digital Club beim St. Jakob in Basel legte am Freitag, dem 27. August der englische DJ und Remixer Erol Alkan auf. Unterstützt wurde er von hiesigen Musikkünstlern.

Der Abend begann mit den in Basel oft gesehenen Suddenly Neighbours, die bis ein Uhr für Elektronische Musik sorgten. Erol Alkan übernahm das DJ Pult dann im fliegenden Wechsel und gab dem Publikum noch mehr Grund zum Tanzen. 

Mit rhythmischen Beats, tiefen Bässen und Klassikern wie Waters Of Nazareth konnte der Künstler aus London den leider nur halb gefüllten, dafür umso bewegungsfreudigeren Klub während zwei Stunden immer wieder begeistern. Mit langen Aufbauphasen und Drops machte es Erol Alkan den Anwesenden oft schwierig, ruhig zu stehen. Vor dem DJ Pult wurde ausgelassen getanzt, weiter hinten konnte man sich eine Pause gönnen, um in der nächsten Minute wieder voll mit dabei zu sein. Am Ende des intensiven Konzerts war eine Erholung draussen im kühlen Nass willkommen.

Nach Erol Alkan legten noch Zaber Riders auf und Frequency a.k.a. Supermario & Mike Pitch beendeten die Party mit allen Zurückgebliebenen erst spät in der Nacht.

Text von Matthias Müller.

Konzerte im September

03.09.2010 | Seabear | Südpol (Luzern)
Den Monat eröffnen die Isländer Seabear mit ihrem bezaubernden Folkrock. Entweder in Luzern oder einen Tag darauf in Zürich.

10.09.2010 | Kissogram | Nordstern (Basel)
Die Berliner Herren von Kissogram beehren Basel nach dem eher verhaltenen Konzert im Rahmen des Imagine-Festivals ein zweites Mal. Dieses Mal aber in einem der besten Clubs Basel, was hoffentlich auch die gewünschte Stimmung hervorbringt, die einem beim Anhören der Musik ohnehin schon überkommt. Dass danach noch eine nette Indieparty stattfinden wird, legitimiert noch einmal mehr, unbedingt hinzugehen.

18.09.2010 | Wintersleep | Kiff (Aarau)
Ebenfalls den eher ruhigeren Klängen haben sich Wintersleep. In ihrem Konzert werden sie den dann eintretenden Herbstanfang musikalisch einwandfrei zu unterlegen wissen.

18.09.2010 | Something A La Mode | Hinterhof (Basel)
Das Pariser Duo Something A La Mode wird ein zweites Mal Basel besuchen. Nach einem hervorragenden Konzert im Februar auf dem Schiff Basel werden der Violinist und der Cellist wieder beweisen, dass klassische und elektronische Musik durchaus gemischt werden können.

19.09.2010 | Wolf Parade | Kaserne (Basel)
Die verspielten Musiker von Wolf Parade machen am 19. September halt in der Kaserne Basel. Ergänzt wird diese einmalige Konzertgelegenheit von einem DJ-Set von We Loyal. Hingehen.

24.09.2010 | Kate Nash | Kaufleuten (Zürich)
Wer das Konzert von Kate Nash am Zürich OpenAir verpasst hat, hat Ende September im Kaufleuten Gelegenheit, dies nachzuholen. Das Konzert der charmanten Sängerin ist lohnenswert und die Musik eingängig fröhlich, ein Besuch sei jedem ans Herz gelegt.

Eels, Black Rebel Motorcycle Club, The Black Box Revelation | 28.08.2010 | Winterthurer Musikfestwochen

Der zweite der insgesamt drei kostenpflichtigen Konzertabende der Musikfestwochen Winterthur ging bei gutem Wetter über die Bühne. Zum Glück, denn das grosse Zelt, das noch bei anderen Konzerten vor Regen schützte, war davor entfernt worden. Sehr gut waren so auch die Konzerte der drei auftretenden Bands.

Dass Gemeinsamkeiten bei Black Rebel Motorcycle Club und The Black Box Revelation nicht nur im Namen, sondern auch im Stil zu finden sind, weiss am Ende des Abends wohl ein jeder der Konzertbesucher. Die Eels präsentieren sich ebenfalls im Genre des Rock’n’Roll, wobei man bei dieser Band nie weiss, in welchem Stil sie sowohl ihre alten als auch ihre neuen Lieder interpretieren werden. Damit sorgen sie regelmässig für Überraschungsmomente.

Eröffnet wird der Abend von The Black Box Revelation. Die beiden Musiker aus Belgien spielen energiegeladenen Rock, der live genauso überzeugt, wie auf ihrem bereits zweiten Album Silver Threats. Das anströmende Publikum lässt sich zu relativ früher Stunde noch nicht so ganz in den Bann ziehen, der Platz vor der Bühne ist jedoch keinesfalls leer und sehr belebt. Vielmehr gibt die Band ein schönes Konzert bei Sonnenuntergang und spielt sich wohl in die Herzen einiger Konzertbesucher, sofern sie das nicht bei anderer Gelegenheit schon getan hat.

Nach einer Umbaupause geht es mit Black Rebel Motorcycle Club aus Kalifornien weiter. In den vordersten Reihen warten schon nach Ende des vorherigen Konzerts zahlreiche an ihren Bandshirts erkennbaren Fans erwartungsvoll auf den Beginn des Auftritts. Nach einigen Soundchecks stellen sich die drei Bandmitglieder auf die Bühne und legen mit voller Kraft los. Benannt nach einer Motorradgruppe in einem Film Marlon Brandos verkörpert ihre Musik wohl alles, woran man beim Hören des Names denkt. Zu ihrem Repertoire gehören sowohl dem Rock’n’Roll als auch dem Folk und Blues zuzuordnende Lieder. Die Stimmung ist ausgezeichnet und die Musik vermag die Zuschauer mitzureissen.

Später am Abend betreten die Eels um Mark Oliver Everett die Bühne. Wie Black Rebel Motorcycle Club hat diese Band eine grosse Fangemeinde, die Plätze vorne sind begehrt. Die fünf vollbärtigen Amerikaner scheinen guter Dinge zu sein, die Chemie in der Band stimmt offensichtlich. Lebhaft und abwechslungsreich spielen sie mal langsame, mal schnelle Songs, langweilig wird dabei niemandem. Gebannt lauscht man der Gruppe, die erstmals seit dem Erscheinen der letzten drei Alben, einer Trilogie, auf Tour ist. Es ist interessant, zu beobachten, wie gekonnt sie die älteren Lieder anders als diese ursprünglich erschienen sind, interpretieren und die neuen durch ihre Präsenz im Gedächtnis haften bleiben.

Ein gelungener Konzertabend, der sich nahtlos in die Linie der anderen qualitativ hochstehenden Konzerte in der Steinberggasse fügt und ein schönes Erlebnis bietet. Gespannt erwarten wir die Winterthurer Musikfestwochen 2011.

Text: Christina Emmel

Portugal. The Man | 19.08.2010 | Winterthurer Musikfestwochen

Bereits am Nouvelle Vague Konzert vom Mittwoch haben die Organisatoren der Musikfestwochen bewiesen, dass sie das richtige Gespür haben, welche Bands sie auf der Bühne mitten in der Stadt auftreten lassen. Portugal. The Man erwiesen sich als absoluter Glückstreffer.

Portugal. The Man sind eine musikalisch sehr talentierte Gruppe, was sie mit regelmässig veröffentlichten und qualitativ hochstehenden Alben beweisen. Dementsprechend haben Portugal. The Man ein leichtes Spiel, sich eine Playlist zusammenzustellen und das Publikum damit zu begeistert.

Ziemlich schnell erfüllt die Band aus Alaska die Steinberggasse mit ihrer warmen Musik, die ein ganz eigenes Tempo hat. Portugal. The Man arbeiten viel mit Geschwindigkeit und Lautstärke. So zaubern sie in ihren Songs immer wieder unterschiedlichste Stimmungen herbei und stecken das Publikum mit ihrer Freude am Musizieren an. Sehr zu erfreuen scheint sie auch die Location. So eine Bühne, mitten in der Altstadt, hätten sie noch nie bespielen dürfen.

Tatsächlich bietet ein Blick über die eigene Schulter einen imposanten Anblick. Die ganze Strasse entlang stehen Menschen und lauschen den wohligen Klängen der Band. Es entsteht eine wunderbare und nur sehr selten erreichte Symbiose aus Location und Musik.

Kein Wunder wirken dann wunderbare Songs wie The Sun oder People Say ungeheuerlich charmant und ziehen jeden Konzertbesucher in ihren Bann. Nach dem Konzert bleibt man in Winterthur noch lange in der schmucken Altstadt und lässt die wohltuende Wirkung des Konzertes auf sich wirken, vorfreudig, denn die starke Leistung der Band war erst der Anfang der Musikfestwochen.

Nouvelle Vague | 18.08.2010 | Winterthurer Musikfestwochen

Die französische Band Nouvelle Vague spielte am Mittwochabend ein sehr schönes, und trotz des eher kühlen Wetters sommerliches Konzert. Mit ihren leichten, vielseitigen Interpretationen von Liedern der vergangenen Jahrzehnte laden sie dazu ein, in Erinnerungen zu schwelgen und zeitgleich die Gegenwart zu geniessen. 

Fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt liegt in Winterthur die malerische Steinberggasse und somit die Bühne, auf der neben Nouvelle Vague auch Portugal. The Man aufgetreten sind. An den umliegenden Bars und Essensständen herrscht Hochbetrieb, denn zahlreich sind die Besucher der diesjährigen Musikfestwochen. Mit gutem Grund: Die gut gewählte Lage des Bühnenstandorts lässt eine angenehme und zugleich lockere Atmosphäre entstehen, die es zu geniessen gilt. 

Das Konzert beginnt pünktlich, unter viel Applaus tritt die Band auf die Bühne und legt sogleich mit Master and Servant los. Die herausragende Bühnenpräsenz der Sängerinnen erzeugt eine beschwingte Stimmung, die auch nach dem Ende des Konzerts bleibt. Ihre Musik, die schon auf den Alben überzeugt, bekommt durch das Konzert noch eine weitere Dimension, an die man sich danach gerne erinnert. Die Balance zwischen schnellen und langsameren Songs stimmt, der Kontakt zum Publikum auch. Die Aufforderung, einige Verse mitzusingen, findet in der dichtgedrängten Menge in der Steinberggasse regen Anklang. Nach zwei Zugaben wird ein mehr als zufriedenes Publikum zurückgelassen.

Text: Christina Emmel

Konzerte im August


12.08.2010 | My Heart Belongs To Cecila Winter | Kaufleuten (Zürich)
Der 12. August bietet die optimale Gelegenheit, die Schweizer Überflieger My Heart Belongs To Cecilia Winter wieder einmal live zu sehen. Was auf dem Album schon wunderbar, tief und reichhaltig klingt, bekommt auf der Bühne noch einmal eine Komponente mehr und animiert sowohl zum melancholischen Nachdenken als auch zum freudigen Tanzen. 

14.08.2010 | Moving City | Simian Mobile Disco, Toxic Avenger | www.moving-city.ch
Am Abend der Streetparade trumpft das Maag Areal mit einem reichhaltigen Angebot auf, das zum freudigen Durchtanzen einlädt. So kommen unter anderem Simian Mobile Disco, die sich sowohl als elektronische Band wie auch als DJs einen Namen gemacht haben. Schon alleine für SMD lohnt es sich, die Streetparade bei Moving City ausklingen zu lassen.

13.08.2010 | Viva Con Aqua | Filewile, Teenagers in Tokyo, MHBTCW, .. | Kaserne (Basel)
Das Gratisfestival Viva Con Aqua auf dem Kasernenareal bietet für jeden Musikgeschmack etwas. So spielen beispielsweise My Heart Belangs To Cecilia auf (siehe oben), genauso werden aber auch Das Pferd mit ihrem Electro-Punk das Publikum zum Tanzen bringen.


ab 18.08.2010 | Winterthurer Musikfestwochen | Winterthur
Mit Paolo Nutini | Eels | Black Rebel Motorcycle Club | The Black Box Revelation | White Lies | Nouvelle Vague | Portugal. The Man | The Rambling Wheels | Gustav | Christopher Christopher. Alle Informationen hier.

18.08.2010 | Soulwax | Kaserne (Basel)
Die Belgischen Überflieger Soulwax beehren am 18. August die Basler Kaserne mit ihrem einzigen Schweizer Konzert. Die Band zu sehen, die sich auch als DJs (2manyDJs) mehrfach etabliert haben, sollte man sich nicht entgehen lassen.

19.08.2010 | Portugal. The Man | Winterthurer Musikfestwochen (Winterthur)
Vergangenen Herbst haben Portugal. The Man bewiesen, wie viel sie aus ihren melodiösen Alben herausholen können. Das idyllische Gratiskonzert in Winterthur im Rahmen der Musikfestwochen wird garantiert zu einem Highlight.

21.08.2010 | Moullinex | Kuppel (Basel) TIPP!
Elektronisch und tanzbar wird es an diesem Abend in der Basler Kuppel zu und her gehen. Moullinex, der unter anderem Cut Copys Lights and Musik remixed und damit perfektioniert hat, legt im Rahmen der Gameboys, einer heterofreundlichen Gayparty, auf und wird das Basler Publikum garantiert wieder einmal zum Tanzen bringen.

21.08.2010 | Tiga | Mascotte (Zürich)
Der Kanadische DJ Tiga erwies sich schon an mehren seiner Acts als Meister der Remixkunst. Harte Bässe, viel Melodie und ab und zu ein Lied aus seinem Repertoire, so spielt sich Tiga in die Gunst des Publikums. (Live gesehen am Melt! 2010)
Alternative: 20.08.2010 D! Club, Lausanne

23.08.2010 | Au Revoir Simone | Abart (Zürich)
Verführerische Musik machen auf die drei Brooklyner Frauen von Au Revoire Simone. Wer den Auftritt in der Basler Kaserne Anfang Jahr verpasst hat, kann dies im Abart - dem Schweizer Club mit dem reichhaltigsten Programm - bestens nachholen.

27.08.2010 | Erol Alkan | DigitalClub (Basel)
Der mittlerweile international berühmte DJ Erol Alkan hat sich mit einigen Remixes auf der ganzen Welt einen Namen gemacht. Wie wenige andere versteht er es, Indie mit Elektronik zu verbinden und aus guten Lieder noch das Maximum an Tanzbarkeit herauszuholen.
TICKETS: Erol Alkan als Betreff an verlosung@musiktip.ch (3x2)

Melt!-Festival 2010


Das diesjährige Melt!-Festival entwickelte sich trotz einem nicht ganz so umwerfenden Line-Up wie im Vorjahr zu einem musikalischen Sommerhöhepunkt. Unter gigantischen Stahlbaggern wurde drei Tage lang getanzt, gefeiert und der Sommer genossen. 


Das Melt - ein Erfolg (Foto: Stephan Flad)

OpenAir St. Gallen | Sonntag


Auch der dritte Tag des OpenAir St. Gallen steht ganz im Zeichen perfekten Wetters und guter Musik. Ganz so dicht bepackt ist das musikalische Programm aber nicht mehr. Wer sich schon früh am Morgen aus dem Staub gemacht hat, hat eindeutig etwas verpasst.


Kurz nach Mittag spielt der deutsche Liedermacher Jochen Distelmeyer auf der kleinen 
Bühne. Mit seinen Melodien und Texten liefert er genau die richtige Musik, um noch ein letztes Mal gemütlich im Gras zu sitzen oder vor der Bühne stehend einen Drink zu geniessen. Das Konzert ist schön, nicht langatmig und lässt Fans des  Musikers bestimmt auf ihre Kosten kommen.

Etwas weniger ausgereift ist das Konzert von The Big Pink. Die Musik ist zwar interessant und die Musiker engagiert, doch kommt das Publikum nicht wirklich in Fahrt. Nur die beiden Lieder, die schon auf dem Album überzeugen - Dominos und Velvet-, können das Publikum mitreissen. 

Den Abschluss des Festivals machen Hurts. Eine Newcomerband mit ungeheuerlichem Potential. Mit ihrem düsteren Sound liefern sie eine solide Leistung und bestreiten ohne Probleme ihren allerersten Festivalauftritt. Mit Better Than Love spielen sie schliesslich dem Soundtrack des Heimreiseantritts für viele Besucher.

Das OpenAir St. Gallen war ein nettes Festival mit einem gelungenen LineUp. Doch hätten die Highlights etwas dichter gesetzt werden können. Dass dies nicht der Fall war, hatte den Vorteil, dass man sich nie zwischen zwei Bands entscheiden musste. Angesichts der wachsenden Konkurrenz - zum Beispiel dem Zürich OpenAir - muss das Festival aber schauen, dass es weiterhin am Ball bleibt. Ein Blick auf vergangene LineUps lässt Musikherzen höher schlagen als dies etwa beim diesjährigen Festival der Fall sein wird. Nichtsdestotrotz sind die Kulisse und die Organisation einwandfrei und das Festival der ideale Ort, um seine Sommerferien zu beginnen.

OpenAir St. Gallen | Samstag

Der zweite Tag des OpenAirs wurde ebenfalls von ununterbrochenem Sonnenschein begleitet. Umso schöner war die Stimmung und umso wirkungsvoller die Konzerte, die unter strahlend blauem Himmel stattfinden konnten.

Die Eröffnung des Tages machen Plasma aus Chur. Mit ihrer Mischung aus Elektron und Rock überzeugen sie bereits über Mittag ihr Publikum, das doch recht zahlreich erschienen ist. Die schnellen Beats, aber auch die ausgereift rockigen Stücke sorgen für die richtige Abwechslung. Am Schluss spielen Plasma noch ihren Trumpf aus und bringen ihr Publikum mit Crazy ein letztes Mal zum Tanzen.

Kurz danach übernimmt eine weitere Bündner Truppe die Unterhaltung des Festivalpublikums. Die Rapper von Liricas Analas präsentieren auf der grossen Bühne eine einwandfreie Show. Diese gefällt vor allem wegen dem unkonventionellen Konzept von Liricas Analas. Diese Band besteht nämlich nur aus einem DJ und ein paar Rappern. So rappt die Band aber nicht auf Deutsch, sondern auf Rätoromanisch. Eine spannende und bereichernde Erfahrung für so manchen Zuschauer.

Am späteren Mittag spielen Bonaparte auf der Bühne. Wie immer überzeugen sie mit ihrer musikalischen Ausgereiftheit, aber auch ihren fantastischen und lasziven Bühnenshows, die die Songs in ihrer Wirkung unterstützen. Im Vergleich zu anderen Konzerten muss aber gesagt werden, dass Bonaparte zu späterer Stunde besser wirken und sich mehr entfalten können als an einem Vorabendkonzert. Nichtsdestotrotz stimmte das Konzert fröhlich und viele erfreuten sich daran, Bonaparte einmal live gesehen zu haben. Denn dazu bot das OpenAir die ideale Gelegenheit.

White Lies, die mit ihrem düsteren Rock und mit einer klaren Linie durch die verschiedenen Songs hindurch brillieren, spielen nun endlich einmal in der Schweiz. Umso besser war dann auch die Stimmung, denn White Lies lieferten eine solide Leistung. Gut und gerne hätte man sie mit den Strokes vertauschen können, denn mit mehr Dunkelheit und einem grösseren Publikum hätte die Show noch viel mehr wirken können. Gelegenheit, dies nachzuholen, bieten die Musikfestwochen Winterthur.

Am Abend rocken schliesslich Kasabian gekonnt die Bühne, Tocotronic faszinieren ihr Publikum auf der kleinen Bühne. Spät nachts beehren noch 2MANY DJ'S das St. Gallen. Niemand kann sich der Wirkung dieser unglaublich guten DJ-Session entziehen und am nächsten Tag ist noch lange die Rede davon, wie gut 2MANY DJ's waren. Wer nicht vor Ort war, hat definitiv etwas verpasst.

OpenAir St. Gallen | Freitag

Bei traumhaftem Wetter fanden sich am ersten Festivaltag des diesjährigen OpenAir St. Gallen bereits einige Highlights im Sittertobel ein. So wurde dem Besucher ein abwechslungsreiches Festivalprogramm geboten und mit den hohen Temperaturen offiziell der Sommer eingeläutet.

Kurz nach Mittag dürfen die Badener Christopher Christopher der Sitterbühne ein erstes Mal einheizen. Perfekt passte dazu die sommerlich leichte Musik der Band, die durch eine gewisse Zügigkeit der Songs bereits in der prallen Mittagshitze einige Besucher dazu animierte, mitzufiebern. Anzumerken bleibt aber, dass Christopher Christopher bei ihrem ersten Konzert auf einer Bühne eines solchen Kalibers noch etwas verloren wirkten. Dass sie aber das Zeug dazu haben, künftig solche Bühnen makellos zu bespielen, bleibt unbestritten.

Im Laufe des Nachmittages spielen endlich The Drums auf der kleineren Sternenbühne. The Drums, die sich mit ihrem fröhlichen, aber teilweise auch melancholischen Indierock mit Synthieeinflüssen, als neue Hypeband etablieren, werden von vielen sehnlichst erwartet. Doch auch bei diesem Konzert springt der Funke nicht gleich zu Beginn auf das Publikum über. Nach ein paar schönen, aber etwas verhaltenen Liedern kommen The Drums in Fahrt und reihen Hit an Hit. Innert Sekunden steigert sich die Stimmung immens und die jungen New Yorker ziehen mit ihren Melodien jeden in Bann.

The Strokes, die als grösster Headliner des Festivals gehandelt wurden, spielen erst, als die Nacht über dem Sittertobel Einzug hält. Auch hier braucht die Band und ihre ungewohnte Art, mit dem Publikum zu kommunizieren, eine Anlaufphase. Dann aber überzeugen The Strokes. Ein wunderbares und ruhiges Klanguniversum legt sich über die Konzertbesucher. Ein bisschen mehr tanzbare Musik und etwas mehr Dynamik hätte diesem Konzert aber gut getan.

Dem Verlangen nach Musik zum Tanzen kommen aber LCD Soundsystem nach. Mit ihrer Mischung aus elektronisch ausgereiften Beats und einem eigenwillig darüber gelegten Gesang faszinieren sie das Publikum, fordern es aber auch, da diese Musik auch etwas Konzentration erfordert. Mit der Zeit begeistern sich aber immer mehr Anwesende für das Gesamtkunstwerk, das LCD auf die Bühne zaubern. Die Qualität der Musik und insbesondere die Vielfalt guter Lieder auf dem neuen Album (This Is Happening) sorgen dafür, dass LCD Soundsystem das beste Konzert des Festivals bestreiten.

Spät nachts, als die Lichter auf der Hauptbühne bereits erloschen sind, wird es noch einmal laut bei der Sternenbühne. Niemand geringeres als Bloody Beetroots - Deathcrew 77 ist für die nächtliche Unterhaltung des immer noch munteren Publikums zuständig. Was die Band auf die Bühne bringt ist hart, elektronisch und animiert zum tanzen. Leider stellt dies angesichts der Anzahl Konzertbesucher ein Ding der Unmöglichkeit dar. Vielmehr muss man in dieser Menschenmasse um die eigene Sicherheit besorgt sein. Schade, denn bei ein bisschen mehr Platz hätte sich dieses Konzert ohne weiteres zu einer nachtfüllenden Party entwickeln können.

Trotz allen Anlaufschwierigkeiten kann für den ersten Festivaltag eine positive Bilanz gezogen werden. Nicht ausser Acht zu lassen sind dafür die Wetterbedingungen. Nachdem ein Jahr davor das ganze Festival etwas im Schlamm unterzugehen drohte, kann das diesjährige Festival als Sommer- und Sommerferienbeginn schlechthin hinhalten.

Deichkind | 09.06.2010 | Maag EventHall

Letzten Mittwoch füllten Deichkind die Maag EventHall in Zürich. Zu Tausenden strömte das Publikum in die grosse und schöne Halle - und konnte sich auf etwas gefasst machen. Deichkind verwandelten einen gewöhnlichen Mittwochabend in eine perfekte Samstagnacht. Wer nicht selbst vor Ort war, hat definitiv etwas verpasst.


Eine kleine Verspätung können sich Deichkind ohne weiteres leisten, denn ihre geniale Mischung aus harten, tanzbaren Beats und einfachen deutschen Texten mit Aussage hat sie berühmt gemacht. So verwundert es auch nicht, dass es kurz vor dem Konzert vor der Bühne schon kein Durchkommen mehr gibt. Dort stehen nämlich die Fans, nicht wenige von ihnen haben sich ihre Kleidung gut überlegt. Entweder kommen sie als Deichkind-Doubles mit übergezogenen Abfallsäcken oder mit Badehosen. Beides stellt sich im Nachhinein als eine gute Entscheidung heraus.

Eine Vorband gibt es nicht, stattdessen werden auf eine gespannte Leinwand, die die Sicht auf die Bühne versperrt, Videos von Klassikern projiziert. Dann geht das Licht aus und Deichkind lassen einen Film laufen, in dem sich Menschen mit Tiermasken auf den Weg zu einem Raumschiff machen. Diese Einlage wirkt befremdend, doch lässt sie durch die zunehmende Bassbegleitung die Spannung ins Unerträgliche steigen. Dann zeigen sich Deichkind ein erstes Mal im Blitzlicht, das ihre Schatten an die Leinwand wirft. Auf einmal fällt die Leinwand, der Bass nimmt noch einmal mehr zu, die ganze Halle beginnt wie wild zu springen und zu tanzen. Deichkind spielen ihren Trumpf im Ärmel, Arbeit nervt, gleich zu Beginn aus.

So könnte man Deichkind mit Texten à la Arbeit nervt oder Hoch die internationale Getränkequalität Proletentum vorwerfen. Doch Proleten sind sie nicht, nein. Deichkind sind Entertainer, die auch etwas von guter Musik und tanzbaren Bässen verstehen. So inszenieren sie jedes Lied mit einer passenden Bühnenshow, bei der sie sich immer wieder selbst übertreffen. So reiht die Band Hits wie "Ich und mein Computer", "Urlaub vom Urlaub" und "Krieg" aneinander, ohne jemals auch nur ein kleines bisschen an Stimmung einzubüssen.

Durch eine grandiose Lichtshow und eine unübertreffliche Stimmung in der Halle wird dieses Konzert zum einmaligen Erlebnis. Deichkind erweisen sich als Partymacher, jeder Song sitzt, jeder Basslauf gibt dem tanzwütigen Publikum einmal mehr die Gelegenheit, sich auszutoben.

Erfreut zeigt sich dieses Publikum auch, als Deichkind zur fast schon berüchtigten Zitze kommen. Dies ist eine Konstruktion aus einem grossen Behälter, gefüllt mit literweise Wodka, und vier wegführenden Schläuchen. Mit diesen löschen Deichkind dem Publikum in der ersten Reihe wortwörtlich den Durst.

Als letzen regulären Song wählen Deichkind Luftbahn. Dieser entwickelt sich auch live zu einer wunderbaren Hymne, die klanglichen Finessen gehen aber in der grossen Masse Menschen etwas unter. Trotzdem will der Applaus nicht enden, minutenlang jubelt und klatscht das Publikum. Es hat auch allen Grund dazu, denn das Konzert war einzigartig. Dabei war es noch nicht einmal alles. Deichkind spielen eine weitere geschlagene halbe Stunde Zugabe, welche aber für einen Teil des Publikums etwas zu hiphoplastig ist.

Nichtsdestotrotz bekommt Deichkind noch einmal einen gehörigen Applaus. Schliesslich haben die Hamburger ihren grössten Hit, ja den Partykracher des deutschsprachigen Raums schlechthin, noch  nicht gespielt. Deichkind verschwinden kurz von der Bühne, es wird stockdunkel im Saal. Nach einer kurzen Wartezeit kommen Deichkind zurück - und auf der Bühne thronen zwei Hüpfburgen. Es beginnt die Eskalation. Als die ersten Bässe von Krawall und Remmidemmi den Saal ausfüllen, ist das Publikum nicht mehr zu halten. Jeder singt oder brüllt aus voller Kehle den jedem bekannten Text.

Deichkind bringen Zürich noch einmal zum Kochen. Erst recht, als sie fragen, ob man denn an diesem Abend mit Deichkind ans Limit gehen wolle. Niemand hegt den geringsten Zweifel daran, denn was in der heissen Halle geboten wurde war definitiv mehr als nur ein Konzert - es war Party pur.

The Teenagers | 29.05.2010 | Exil

Im Rahmen der Killerparty hatten The Teenagers, ein kleiner Geheimtipp aus Frankreich, ihren Auftritt im Exil in Zürich. Das sehr kurze Konzert erfüllte nicht alle Erwartungen und liess nach dessen Ende teilweise ratlose Konzertbesucher zurück.

Angekündigt wären The Teenagers für 22.30 gewesen. Doch dann ist von der Band und vom Publikum noch keine Spur zu finden. Erst nach und nach füllt das sich das Exil und The Teenagers können mit einer zweistündigen Verspätung beginnen.

Was The Teenagers auf der Bühne präsentieren, klingt in etwa so, wie das, was sie schon auf ihrem Album zum Besten geben. Die Musik klingt fröhlich, schnell und pubertär. Da sich die Band dazu entschliess, nur die Hits des Albums zu spielen, ist die Stimmung das ganze Konzert über gut. Dennoch scheint der Funken nicht unbedingt auf das Publikum überzuspringen.

So spielen The Teenagers kurze Zeit gute Musik. Der Sänger sucht immer wieder intensiv den Kontakt zum Publikum, singt sogar einen Teil seiner Songs vor der Bühne und fordert die Menge stets auf, mitzutanzen.

Doch ehe man es sich versieht, verlassen die Teenagers die Bühne schon. Zurück bleibt ein ratloses Publikum, das nun nicht recht weiss, ob es das bereits gewesen ist. The Teenagers waren zwar gut, liessen aber doch einige Hoffnungen unerfüllt. Dementsprechend ist das Fazit des Konzertes eher dürftig, denn das Potential zu mehr wäre definitiv da gewesen.

Foals | 26.05.2010 | abart

Als Foals letzen Mittwoch im Zürcher abart auftraten, brachten sie dieses förmlich zum Schmelzen. Sie lieferten dem zahlreich erschienenen Publikum ein einzigartiges Konzert, an dem man von der ersten bis zur letzen Sekunde nichts aussetzen konnte.

Den Anfang machen Foals mit Total Life Forever, dem Titeltrack des neuen Albums. Noch ist etwas ungewiss, wie sich das Konzert entwickeln wird. Foals zeigen sich auf dem neusten Werk sehr langsam und verträumt. Dennoch geben sie live alles. Cassius, die Perle des ersten Albums, bringt den Club zum Kochen. Bis zur hintersten Reihe lassen sich alle Zuschauer von dieser Musik mitreissen.

Die Vielseitigkeit des Repertoires der Foals ist bezaubernd. Durch das neue Album wurden die eher schnellen und fordernden Songs von Antidotes auch durch den einen oder anderen bedächtigeren Song ergänzt. So entwickelt sich zum Beispiel Spanish Sahara, eine siebenminütige Hymne, zum absoluten Konzerthighlight. Am Anfang der schönen, nur dezent begleiteten Stimme des Sängers zu lauschen und erst nach und nach von der zunehmend lauter werdenden Melodie übermannt zu werden, erzeugt ein grandioses Gefühl.

Foals lieferen einen Abend lang perfekte musikalische Unterhaltung. Sie würden auch ohne das tropische Klima, das sich mittlerweile über den Club gelegt hat, keinen einzigen Konzertbesucher kaltlassen. Mit Electric Bloom geben Foals noch einmal alles. Der Sänger und der Schlagzeuger verausgaben sich ein letztes Mal und suchen am Bühnenrand intensiv den Kontakt mit dem Publikum.

Dann verlassen Foals nach dem etwa einstündigen Konzert die Bühne. Das Publikum hört jedoch nicht auf zu klatschen, bis Foals einfach noch einmal auf die Bühne kommen müssen. Ein bisschen gestresst erklärt der Sänger, dass er sich über den Applaus sehr freue, sie aber im Rahmen ihrer Tour schnellstmöglich weiter müssten. Dennoch nehmen sich Fouls noch einmal die Zeit, zwei weitere Songs zu spielen und runden das perfekte Konzert damit stilvoll ab.

Extrawelt | 23.05.2010 | Das Schiff


Der Basler Club Das Schiff ist ein besonderer Club, denn er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Schiff, das im Basler Rheinhafen vor Anker liegt. Im Bug des Schiffes finden dann jeweils auch die Konzerte und Parties statt. So auch am Pfingstsonntagabend, als Extrawelt dem ausverkauften Schiff kräftig einheizten.

Nachdem bereits vor dem Hauptact DJs in einem ähnlichen Stil wie Extrawelt auflegten, beginnen Extrawelt um zwei Uhr nachts. Schon mit den Anfangstönen sicherten sie sich die Gunst des Publikums, das sich in ausserordentlicher Tanzlaune befand. 

Die Mischung nahezu melodiöser Klangabfolgen und wimmernder basslastiger Teile, ist schwer zu beschreiben. Vielmehr ist es die Gesamtwirkung dieses Acts, die das Publikum in den Bann zieht. So haben Extrawelt während ihrer eineinhalbstündigen Show den Saal voll unter Kontrolle. Durch die unheimlich ausgereifte Art ihres Minimal-Electros (wobei anzumerken ist, dass die Klassifizierung dieser Musik sehr schwerfällt) gleiten die Tanzenden nach und nach in einen Zustand der Trance über. In diesem Zustand entfalten besonders die feinen und verspielten Klänge ihre Wirkung.

Nach ihrem Set ernten Extrawelt tosenden Applaus. Das Schiff beweist einmal mehr, dass es in der Basler Clubszene ganz oben mitspielt.

Konzerte im Juni

02.06.2010 | Muse | Stade De Suisse (Bern)
Einen hohen Ticketpreis für das Konzert der Indierockband, die den Schritt ganz nach oben geschafft hat, zu bezahlen lohnt sich. Denn auch wenn Muse jetzt grosse Hallen füllen, sind sie ihrer Musik treu geblieben und liefern nichtsdestotrotz eine grandiose Show.

04.06.2010 | Nouvelle Vague | Kaufleuten (Zürich)
Die eher sanft und verträumt klingenden Lieder von Nouvelle Vague, die auf dem neuen Album auch durch kräftigere Songs ergänzt werden, werden live zu einem Erlebnis sondergleichen. Zwei bis drei Sängerinnen bringen garantiert jeden Saal zum kochen, und das nicht auf Kosten der Qualität.

08.06.2010 | Jónsi | Kaufleuten (Zürich)
Wer schon die ausgedehnten und stimmungsvollen Songs von Sigur Rós mag, wird auch vom Solosänger Jónsi begeistert sein. Durch eine gewaltige Liveshow ergänzt der Sänger seine ohnehin sehr ausgereiften Klangwelten um eine weitere Dimension.

09.06.2010 | Deichkind | Maag EventHall (Zürich)
Wer die Alben von Deichkind kennt, kann in etwa abschätzen, was diese Band live zu bieten hat. Harte Bässe, eine durchgeknallte Bühnenshow und viel Krawall und Remmidemmi. Das Beste daran: auch musikalisch liefern Deichkind Innovation und Qualität, denn so gut Party machen wie zu Deichkind kann man wohl zu fast keiner anderen Musik.

11. und 12.06.2010 | imagine Festival | Basler Innenstadt
Das diesjährige imagine - das Festival gegen Rassismus - trumpft dieses Jahr mit einem gelungenen Line-Up auf. So beehren Friska Viljor | Crystal Fighters | We Loyal | Filewile | Bianca Story | Alejandro Jimenez die Basler Innenstadt. Das Ganze gratis, mitten in der Stadt und mit einer guten Botschaft. Weitere Informationen: imagine online


19.06.2010 | Vive La Fête | Stall 6 (Zürich)
Schon ältere Alben von Vive La Fête haben einige grosse Lieder herausgebracht, Noir Désir sei als repräsentatives Beispiel genannt. Auch mit dem neuen Album bringt Vive La Fête viel Schwung und wird diesen wohl ohne weiteres auf das Publikum im Stall 6 übergehen lassen.


24. bis 27. Juni 2010 | OpenAir St.Gallen
Der Musiktip empfiehlt den Besuch wegen The Drums | The Strokes | Kasabian | 2MANYDJs | LCD Soundsystem | White Lies | Tocotronic | The Big Pink | The Bloody Beetroots - Death Crew 77 und auch wegen den Schweizer Bands Liricas Analas | Plasma | Christopher Christopher | Bonaparte. 

25. und 26.06.2010 | HillChill Festival | Sarasinpark (Riehen, bei Basel)
Das schmucke Vorstadtfestival hat sich dieses Mal herausgeputzt und bietet im kleinen Sarasinpark wieder einmal musikalische Freude. Neben den sehr empfehlenswerten Schweizer Acts Sheila She Loves You und Saalschutz, bietet das Festival einige Leckerbissen aus dem In- und Ausland. Die Jubiläumsausgabe zum 10. Geburtstag sollte man sich nicht entgehen lassen.
Weitere Informationen: hillchill online





 

Yann Tiersen (Reithalle, 01.05.2010)

Was vom Konzert eines Musikvirtuosen, der unter anderem für die fantastische Filmsoundtracks von Amélie und Goodbye Lenin verantwortlich ist, zu erwarten war, stand für viele Konzertbesucher der vollen Reithalle ausser Frage. Dementsprechend blieben einige unberührt von dem, was Yann Tiersen mit seiner Band darbot. Dabei war das nicht einmal schlecht.

Konzerte im Mai



Yann Tiersen - 01. Mai, Kaserne Basel
Am 1. Mai gastiert der mittlerweile weltberühmte Yann Tiersen in der Kaserne Basel. Mit seinen fabelhaften Musikstücken setzte er neue Massstäbe für Filmmusik. Wie er einen Abend lang auch mit Rock und Electronica einen Saal zu unterhalten vermag, darf gespannt erwartet werden.

Zoot Woman - 13. Mai, Hive Zürich
Zoot Woman beweisen, dass auch die letzten Buchstaben des Indie-Alphabetes noch gehörig etwas zu bieten haben. Mit einem spannenden Mix aus Elektronik und Indie legten sie ein gutes Album, ein ein Konzertbesuch am 13.05 im Hive wird sich auf jeden Fall lohnen.

Kashmir - 15. Mai, kiff Aarau
Aus Dänemark erreichten uns Anfang Jahr die wunderbaren Hymnen von Kashmir. Gelegenheit, Songs wie "Mouthful of Wasps" live zu hören gibt es am 15.05 im kiff.

TIPP: Midnight Juggernauts - 16. Mai, Rohstofflager Zürich
Gleich einen Abend danach beehren Midnight Juggernauts das Rohstofflager in Zürich. Mit düsteren Melodien und experimentierfreudiger Elektronik ist diese Band eine der heißesten Geheimtipps.

Foals - 26. Mai, Abart Zürich
Die Indie-Überflieger Fouls aus Oxford beehren das Abart gegen Ende Mai. Foals, die mit ihrem Debutalbum Antidotes für Furore sorgte, sind jetzt mit einem neuen Album am Start. Beide Platten erweisen sich als vielfältig, durchdacht und interessant. Dementsprechend werden Foals auch live ihre Wirkung entfalten.


Festival: Bad Bonn Chilbi, Düdingen
Ende Mai bietet die Chilbi im Bad Bonn die volle Ladung Indie. Große Namen wie Hot Chip, aber auch kleinere Hoffnungsträger wie We Loyal oder Neon Indian machen aus diesem Festival das wohl geschmackvollste Musikereignis des Jahres.

The Teenagers - 29. Mai, Exil Zürich 
Den Mai stillvol abrunden dürfen The Teenagers. Mit ihren fröhlichen Texten über Liebe und Sex von Heranwachsenden und eingängigen Melodien kann sich wohl niemand dem Charme dieser Band entziehen. Das Konzert im schmucken Exil sei jedem empfohlen.

Shout Out Louds (Alte Börse, 28.03.2010)

Vergangenen Sonntag gastierten die Stockholmer Shout Out Louds in der Alten Börse. Schon nach wenigen Klängen gehörte die volle Begeisterung des Publikums der Band, die nach dem achtzigminütigen Konzert wohl jeden im Saal vollends überzeugt hatte.
Schon beim ersten Song erfüllen Shout Out Louds den rot beleuchteten Saal mit einer traurigen und intimen Stimmung, die schönen, langsamen Lieder entfalten sofort ihre Wirkung. Nichtsdestotrotz kann zu den schnelleren Rhythmen der Lieder getanzt werden, eine eigenwillige Mischung aus Melancholie und Enthusiasmus legt sich über den Saal. So zaubern Shout Out Louds ein erstes Mal bei Fall Hard einem jeden Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht.

Erstmals in ihren Bann ziehen den Saal mit Tonight I Have To Leave It. Generell erweisen sich die Lieder des vorherigen Albums, Our Ill Wills, als mitreissender als die Neuen. Dies liegt wohl daran, dass dort die stimmlichen Fähigkeiten, ja das musikalische Können der Band allgemein, besser zum Tragen kommt.

So halten die sympathischen Stockholmer einen Abend lang das musikalische Niveau hoch, reihen Hymnen und Rhythmen aneinander und gehen auch immer wieder aktiv auf das Publikum ein. Shout Out Louds faszinieren, nicht nur durch die unantastbare Wirkung ihrer Musik, auch durch ihre Bühnenpräsenz und ihre Passion, die sie beim Vortragen ihrer Musik an den Tag legen.

Verabschiedet wird der begeisterte Saal mit Hard Rain, einem siebenminütigen Meisterwerk. Wieder beweisen Shout Out Louds ihre Einzigartigkeit - kein Wunder, dass der Applaus nach dieser Darbietung nicht enden will. Die Band dankt es dem Publikum damit, dass sie gleich noch zwei phänomenale Songs von Our Ill Wills dranhängen. You Are Dreaming und Impossible perfektionieren den Abend, steigern die Qualität des ohnehin makellosen Konzertes noch einmal. So besteht dann das Publikum und auch die Band, die sichtlich Freude am Zürcher Publikum hat, auf einen abrundenden Abschluss mit Walls. Ein wunderbares Konzert.

m4music-Festival (Schiffbau Zürich, 27.03.2010)



Die diesjährige Ausgabe des m4music-Festivals sorgte gleich mit einer Vielzahl  interessanter Bands für eine gelungene Stimmung. So vermochten einige Bands den Zürcher Schiffbau in musikalische Ekstase zu versetzten - es darf von einem erfolgreichen Festival gesprochen werden.



Der eigentliche Eröffnungsact des Samstagabends sind Bonaparte, die bei ihrer Bühnenshow keine Mühe scheuen, eine einzigartige Performance an den Tag zu legen. Nebst der Tatsache, dass sämtliche Bandmitglieder verkleidet auftreten, stürmen auch immer wieder Kreaturen die Bühne, die auf sehr eigenartige, teilweise sehr laszive, aber immer gelungene Art die Songs der Band unterstützen. So lässt sich am Musikprogramm der Band nichts aussetzen, "Anti Anti" und "Too Much" entfalten auch live ihre grandiose Wirkung. Ebenso gelungen auch die neuen Stücke wie beispielsweise "Computer In Love" ab dem neuen Album, das im Juni erscheint.
Den zweiten Programmpunkt des Abends bestreiten Choo Choo aus Bern. Ihre Musik ist direkt und frisch, die Melodien direkt und eingängig. Sehr gelungen stellen sie ein musikalisches Arrangement zusammen, das den Saal zu begeistern vermag. Eindeutig am schönsten und ausgereiftesten ihr Song "A Little Wiser Now".
Ebenfalls aus der Schweiz und äusserst erfolgreich sind Saalschutz. Mit ihrem Elektropop, der durch dampfende Bässe auch sehr tanzbar war, vermögen sie das Zürcher Moods sofort in ihren Bann zu ziehen. Beachtenswert auch, dass sie ihre Musik nicht durch stupide Satzwiederholungen charakterisieren, sondern durchaus auf den Wortlaut ihrer Songs acht geben.
Mit ihrem Album "Nights Out" gelten die Engländer Metronomy schon seit längerem als Geheimtip. Dementsprechend optimistisch wartet man dann auch auf den Konzertbeginn und ist gespannt, wie die experimentierfreudige, aber trotzdem klar strukturierte Musik der Band auf die Bühne gebracht wird. Metronomy enttäuschen nicht, geben ihr Album zum Besten und erweisen sich als fähig, auf den Saal einzugehen und das Publikum musikalisch zu bereichern. Die sehr eigenständige Musik der Band eignet sich bestens zum Tanzen, interessante und gute Songs wie "Heartbreaker", "Back On The Motorway" oder "A Thing For Me" entwickeln auch live ihre charmante Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. So bildet dann dieses Konzert auch den Höhepunkt des Abends, die Musik gefällt und ist keinesfalls plump, sondern hochstehend, durchdacht und sympathisch.
Etwas suspekt hingegen erscheint die Performance des französischen DJs Yuksek. Trotz grandioser Lichtshow und mitreissenden Beats bleibt die Atmosphäre in der grossen Halle des Schiffbaus etwas abgeklärt. Es wirkt beinahe so, als wäre die dargebotene Musik lediglich ein Playback. Zu reibungslos geht alles vonstatten, zu perfekt sind Licht und Musik aufeinander abgestimmt, zu unmerklich die Übergänge. Nur ein einziges Mal, gerade nach dem Hit "Tonight", meldet sich Yuksek zu Wort und beschimpft den Unbekannten, der zu Beginn des Konzertes eine Flasche nach ihm geworfen hat, auf sehr unprofessionelle Weise.
Sehr sympathisch und freundlich erweisen sich hingegen Das Pferd, die selbst zu später Stunde, als die Zeitumstellung schon lange zurückliegt, den Saal noch begeistern können. Dass die Aargauer unkonventionell sind und sich keinen Dreck darum scheren, ob ihr Verhalten nun als schändlich abgetan werden könnte, merkt man schon ihren Alben an. Live hingegen geben Das Pferd noch einen drauf - und es kommt an. Was die beiden Musiker mit zwei Instrumenten und etwas Elektronik auf die Bühne zaubern ist unterhaltungstechnisch schlichtweg genial. Ob sie nun den Deichkind-Partykracher "Remmidemmi" covern, Songs ab ihrem ersten, sehr tanzbaren Album zum Besten geben oder rasch den Gartenschlauch hervorholen, um darauf ein Ständchen zu blasen - sie machen es mit Herzblut. Und genau das macht diese Band so authentisch.. So chaotisch die Bühnenshow, so natürlich die Wirkung. Diese Band macht das, was sie gut findet - und liefert ganz nebenbei sehr tanzbaren Sound. Ein würdiger Abschluss.

Clapotis (Kino Lichtspiel, Olten 27.02.2010)

Die Oltener Band Clapotis füllte trotz momentanem Geheimtipdasein das schmucke Kino Lichtspiel, das zwecks Plattentaufe für das neue Album Antelope umfunktioniert wurde, ohne weiteres mit einer beachtlichen Anzahl Besuchern. Dies nur ein Grund warum die junge Band für einen gelungenen Konzertabend sorgte.
Das Schönste im Leben sei, so Frontmann Rafael Meyer, wenn man im Leben eine Aufgabe habe. Zumindest für diesen Abend haben Clapotis eine Aufgabe gefunden: den Saal mit guter Musik zu erfüllen. Ganz langsam und unscheinbar starten sie dann in ihren Konzertabend. Etwas gemässigt zu Beginn legt die Band laufend an Tempo zu und erreichte bald ein konstantes Niveau.
Schon mit den ersten Klängen des Konzertes beweist die Band, dass sie es beherrscht, mit ungewöhnlichen Rhythmen und Klangabfolgen zu faszinieren. Beachtenswert vor allem der Einsatz des charismatischen Sängers Rafael Meyer, der sich bei seinen Tänzen so stark bewegt, dass auch mal die Brille von der Nase weggeschleudert werden kann.
Mit "Electroclash" erreicht die Stimmung ein erstes Mal ihren Höhepunkt. Dieser Song begeistert durch mitreissende Tanzbarkeit und glänzt mit einem herrlichen Rhythmus. Fröhlich und unkonventionell spielt sich die Band mit wippendem und tanzendem Publikum zum eigentlichen Höhepunkt: der Plattentaufe. Die kleine Ansprache der Bandmitglieder, die den Konzertverlauf unterbricht, nimmt man ihnen nicht übel. Die Band sei enorm erfreut über den heutigen Termin der Veröffentlichung, man habe lange auf dieses Ziel hingearbeitet. Dementsprechend erfreut giesst Rafael Meyer die Mischung aus Milch und Alkohol über das neue Album.
Ein weiteres Mal spielt sich die Band mit "Only Lonely" in die Gunst des Publikums. Dieser Songs besticht ein durch den ungewohnten Rhythmus. Diesen finden Clapotis in ihren Songs immer wieder, planen den Konzertverlauf aber so, dass auf ein schnelles Lied immer auch ein etwas langsameres Lied folgt. So überzeugen "Boredom" und "Men Don't Care" mit gesanglicher Stärke.
Bis spät in die Nacht hinein spielen Clapotis, haben starke Bühnenpräsenz und lassen erahnen, was noch für musikalische Qualitäten in diesen vier jungen Musikern schlummern. Schade, dass der Schlagzeuger Jonas Stehli nun für ein Jahr in die Vereinigten Staaten gehen wird. Etwas mehr Übung und Konzerte werden diese Band bestimmt weiterbringen und sie von ihrem Geheimtipdasein hinein in die Schweizer Musikindustrie hineinmanövrieren. Von der nötigen Unkonventionalität haben sie bereits mehr als genug.

Monkeys On Stage (Papiersaal Zürich, 13.02.2010)

Die dritte Ausgabe der Konzertreihe Monkeys On Stage lieferte dem Zürcher Papiersaal eine geballte Ladung schweizerischen Musikschaffens. Das Publikum wurde von einer abwechslungsreichen und abgerundeten Bandauswahl beglückt und gefordert.

Bereits die erste Band, Boredom Laughs Alone, haut kräftig auf den Putz. Die junge Band macht Musik, mal auf Englisch, mal auf Hochdeutsch, die Zug hat, kräftig und schnell ist. Mit Synthesizer, Gitarre, Bass und Schlagzeug und kräftiger Stimme heizen die Zürcher dem immer zahlreicher werdenden Publikum ein und stimmen es auf eine lange Konzertnacht ein. So sticht der erste Act des Abends, der zu dieser Gelegenheit gerade noch seine Kassette tauft, durch seine Unkonventionalität und musikalische Uneingeschränktheit hervor. Ein wahrhaftiger Geheimtip, der mit seinem Discorock manchmal schon fast ein bisschen an Must Have Been Tokyo erinnert, ohne sich dabei auf etwas zu fixieren - und das ist doch schon mal ein guter Anfang.

Den Abend weitergeführt haben White Stiff Music, ebenfalls aus Zürich. Während dieses Konzertes brettern die Gitarren nur so um die Wette. Hart und schnell lässt die Band einen Rocksong nach dem anderen auf das interessierte Publikum los. Nahtlos werden altbewährte Indierocksongs zum Besten gegeben. Die Band scheint grosse Freude an ihrer Art Musik zu haben, was natürlich auch auf das Publikum abfärbte und auch seinen Teil zur gelungenen Atmosphäre beisteuert.

Mit den Baslern Sheila She Loves You drosselt sich das Tempo wieder ein wenig. Die Band liefert süffigen Rock und bringt das Publikum zum beschwingten Tanzen. Bestechend schön die Indierockballaden über die Liebe und das Leben, vorgetragen mit der schönen Stimme des Sängers Joachim Setlik. Im Vergleich zum letzen besuchten Konzert mässigen sich Sheila She Loves You etwas, wirbeln nicht zu jedem Song wie wild auf der Bühne herum, was der wohligen Wirkung ihrer Songs aber nur gut tut. Auf das kommende Album und eine hoffentlich damit verbundenen Solokonzertreihe darf gespannt gewartet werden.

Den Luzernen Les Vieux Sans Visage muss man fast schon konzerttechnisches Kalkül vorwerfen. Sie kommen auf die Bühne, beginnen zu spielen und halten nie inne. Nicht für ein Danke für den nicht ausbleibenden Applaus, kaum ein Blick ins Publikum. Dafür ist die Musik, die sie auf der Bühne makellos präsentieren umso besser. Kühl und kontinuierlich erinnern sie mit ihrem Post Punk/New Wave sehr an Interpol. Auch ihren Trumpf im Ärmel "New Age" verspielen sie nicht, etwas später hätte er aber wohl noch grössere Wirkung entfalten können. Eine grossartige Band mit einem guten Konzert, dem man musikalisch nichts anlasten kann.

Den letzten Programmpunkt bestreiten Christopher Christopher und bringen mit ihrem Konzert auch um halb zwei Uhr morgens den Saal noch ein letztes Mal zum brodeln. Schöne, schnelle und interessante Indierocksongs werden dem tanzenden und noch immer vollen Saal vorgesetzt. Grosse Stücke wie "Who's Driving The Bus", "Clever and Wise", "Rockefeller Jeans" beweisen auch dieses Mal ihre enorme Durchschlagskraft. Doch auch "Disco Nights", das als erste Singleauskopplung ab dem neuen Album im Radio zu hören sein wird, ist schön und eingängig. Ebenso Freude macht "What I Didn't dream in December", bei dem der Sänger und Leadgitarrist einmal nicht an der Gitarre sondern am Klavier anzutreffen ist. Der sehr feine Song sorgt so genau für die richtige Auflockerung des ansonsten soliden und unbeschwerten Indierocks. Wieder einmal haben Christopher Christopher bewiesen, dass sie das Zeug haben, eine richtig grosse und richtig gute Schweizer Band zu werden.

So liefert dieser Abend voller musikalischer Höhenflüge ein Gefühl angenehmen Konzertvergnügens. Auch wenn die Konzerte aufgrund der Vielzahl an Bands eher kurz sind, ist die Stimmung doch geballt und gebannt. So darf auch erfreut auf die nächste Ausgabe des Monkeys On Stage gewartet werden, die wieder mit einem gelungem Line-Up Schweizer Bands auftrumpft.